April/ Mai
Lokalkolorit – Heimatkunde Teil 1
Klaus Bortoluzzi, Denise Sheila Puri und Simone Schwartz
26.–28.04. / 03.–12.05.: Do–Sa 15–19 Uhr geöffnet
Was versteht man unter Lokalkolorit in einer globalisierten Welt? Sind es die Eigenarten oder ist es die Atmosphäre eines Ortes? Sehenswürdigkeiten oder Dialekte? Trachten oder Delikatessen? Kunst und Kultur? Oder doch nur zu Klischees erstarrte Vorstellungen eines bestimmten Ortes?
Ursprünglich bezog sich das Kolorit auf die Farbgebung eines Gemäldes. Da früher die Bühnenbilder gemalt waren, war damit auch die Illusionsmalerei der Theaterbühne gemeint. So erstreckte sich der Bergriff später auch auf Kostüme und Musik. Im 18./ 19. Jahrhundert bildete sich die Vorstellung, dass ein Kolorit regionale Besonderheiten charakterisieren könne. Es wurden Klischees herangezogen, um einen bestimmten Schauplatz darzustellen.
In „Heimatkunde Teil 1“ beschäftigen sich die KünstlerInnen Klaus Bortoluzzi, Denise S. Puri und Simone Schwartz mit Berlin, Neukölln und dem Haus mit der Nummer 31 in der Reuterstrasse, in dem sich seit 2005 die Galerie R31 befindet.
Das Gebäude wurde Anfang des letzten Jahrhunderts erbaut. Bis 1950 gab es auf dem Hinterhof Kuhställe mit Milchkühen und im Vorderhaus einen Milchladen. Diese Besonderheit ist ein schönes Stück Geschichte, wenn auch für Berlin gar nicht so außergewöhnlich.
Fotografien, Malerei und Interieur malen ein Bild in den Raum, geben einen kleinen Einblick in eine Welt, die teils noch da und auch schon verschwunden ist.

Juni
48 STUNDEN NEUKÖLLN: 15.–17.06.2012
Lokalkolorit – Himmel und Hölle (Erde)
Klaus Bortoluzzi, Denise Sheila Puri und Simone Schwartz
Das Lokalkolorit macht einen Ort für Fremde erkennbar und unterscheidbar. Dies kann ein positives oder eher negatives Bild ergeben, je nachdem welche Klischees besonders hervor gehoben werden. Ob in den Himmel gelobt oder als Hölle auf Erden gebrandmarkt, die Realität und Wahrheit liegt bekanntlicher Weise irgendwo dazwischen und im Auge des Betrachters. Im Allgemeinen werden die beiden extremen Zustände „Himmel und Hölle“ in ein Leben nach dem Tod verlagert. Doch wer kann schon sagen, was „Himmel“ und was „Hölle“ ist? Die mythologischen Vorstellungen treffen als „Black Box“ auf den „White Cube“. Die drei KünstlerInnen Klaus Bortoluzzi, Denise S. Puri und Simone Schwartz verbinden „Kunst, Klimbim und Co“, Fotografien, Zeichnungen, Berlin- und Neukölln- Objekte zu einer Collage mit Wiedererkennungseffekt. Bruchstücke des eigenen Alltags werden in das Spannungsfeld zwischen Klischee und Original gesetzt. Das Ergebnis erhebt keinerlei Anspruch auf wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse. Es ist ein persönlicher Eindruck, ein öffentliches Nachdenken, ein Finden und Suchen …
